Fenster schließen und zurück

Siebenerzeichen

Bereits im Mittelalter wurden in großen Besitztümern und verschiedenen Städten Bücher über Liegenschaften geführt. Die  Herrschaftsbereiche wurden vielfach mit Grenzsteinen oder Friedenssäulen abgemarkt und in Karten dargestellt. Zum Schutz vor unberechtigtem Versetzen von  Grenzsteinen hat sich insbesondere in den fränkischen Teilen Bayerns im  ausgehenden Mittelalter das Feldgeschworenenwesen entwickelt. Die  Feldgeschworenen unterlegten die Grenzsteine mit geheimen Zeichen (Siebenerzeichen).

Diese Siebenerzeichen sind meist besonders geformte und vielfach auch beschriftete Zeichen aus dauerhaftem Material, wie gebranntem Ton, Glas, Porzellan oder Metall. Als Inschrift findet man oftmals die Jahreszahlen, die  Initialen des Feldgeschworenen oder auch die Namen der Gemeinden. Manchmal weisen die Zeichen auch Bruchkanten auf, wobei die Teile an verschiedenen Stellen um den Stein deponiert wurden. Die Lage dieser Zeichen war nur den  Feldgeschworenen bekannt.

Oft bestand das Kollegium der Feldgeschworenen einer Gemeinde  oder Dorfes aus sieben Mitgliedern, daher der Begriff "Siebener".
Regional unterschiedlich wurden auch die Begriffe Feldrichter, Untergänger,  Steinsetzer, Feldscheider usw. gebraucht. Seit dem Mittelalter hatte jeder,  dem ein Amt verliehen oder eine öffentliche Aufgabe übertragen wurde, einen  feierlichen Eid abzulegen. So gab es neben den Geschworenen der Gerichte auch  geschworene Sachverständige auf verschiedenen Gebieten. Feldrichter, Untergänger, Grenzsteinsetzer wurden so "geschworene" Amtsträger.

Ausführliche historische Darstellung des Feldgeschworenen finden Sie in den Büchern
"Grenzzeichen, Grenzsteinsetzer und Grenzfrevler" von Franz X. Simmerding
(ISBN  3-923825-08-0),
"Die Sieben Ehrbaren Männer" von F. Gällich.

Quelle: http://vermessungsamt.pfaffenhofen.de/feldgeschworene.htm

Stand 10 März, 2007

Impressum / Datenschutz